Eine ganz neue Arbeit

Jetzt bin ich mittlerweile schon zweieinhalb Monate in meiner Einrichtung und kann nun auch darueber ein bisschen reflektieren. Erstmal will ich etwas Allgemeines ueber meine Arbeitsstelle schreiben.

Ich arbeite in einer Einrichtung, die sich tagsueber um erwachsene Menschen mit verschiedenen geistigen Beeintraechtigungen kuemmert. Jeden Tag kommen  bis zu 30 beneficarios, dievon den Eltern oder perTaxi gebracht werden, oder auch selbststaendig  in die fundación kommen. Der Grossteil von diesen hat entweder Down Syndrom, Autismus, Schizophrenie, irgendwelche geburtstechnische Behinderungen oder Lernschwaechen. Das Ziel der Fundación ist es, die beneficarios in ihrer Entwicklung zu unterstuetzen und zu foerdern. Dazu werden verschiedene Therapien angeboten: Physiotherapie, Virtuelle Therapie, Aroma und Hidrotherapie, Beschaeftigungstherapie, Papierrecycling sowie die Musiktherapie, fuer die ich zustaendig bin. In meiner Organisation gibt es ca. 10 festangestellte Miarbeiter, die alle unterschiedliche Aufgaben haben, und von denen auch nicht immer alle anwesend sind. Zusaetzlich werden wir immer wieder von Praktikanten der hiesigen Universitaet unterstuetzt.

Ich persoenlich bin fuer den Bereich Musiktherapie zustaendig. So wurde mir das zu Beginn meines Einsatzes gesagt, was mir einige Herausforderungen beschert hat. Denn eigentlich wird in Deutschland erstmal ein ganzes Bachelorstudium abgeschlossen, um in diesem Bereich arbeiten zu koennen, ich im Gegenzug habe leider nur das Abitur in der Tasche und Keyboard/Piano sowie Gitarrenkenntnisse. Deswegen war ich am Anfang  leicht ueberfordert, da ich keine Ahnung hatte, den Unterricht zu gestalten. Meine Hauptaufgabe ist es, pro Woche ungefaehr jedem der ca 30 beneficarios ein bis zwei mal Musiktherapie zu bieten, entweder einzeln oder auch mahl zu zweit oder dritt. Um erstmal ein Gefuehl der Faehigkeiten dieser zu bekommen, habe ich ihnen in den ersten ein zwei Wochen einfach mmal verschiedene Instrumente in die Hand gegeben. Dies hat mir verschiedene Erkenntnisse gegeben; Praeferenz der Instrumente, verschiedene Auspraegung des Rhytmusgefuehls, verschiedene kognitive Faehigkeiten, unterschiedliche motorische Faehigkeiten, also lauterverschiedene individuelle Staerken und Schwaechen (wenn man davon uebrhaupt sprechen kann), so dass ich mir in den letzten Wochen ein paar Konzepte ueberlegen konnte, um meine Musiktherapie fuer die Zukunft gestaleten zu koennen. Neben dem Bereich der Musiktherapie helfe ich bei allen anstehenden Aufgaben des Tages mit. Zum Beispiel darf ich ab und zu den Morgensport leiten. Beim Mittagessen helfe ich natuerlich mit beim Servieren, Abtragen, Abspuelen, Zaehneputzen, Klogaenge und viel mehr.

Ein tpischer Tagesablauf schaut folgendermassen aus:

Montag bis Donnerstag:                           9:00 – 9:30          Morgensport, Tanzen

9:30 – 10:15        1. Stunde, Musiktherapie nach horario

10:15 – 11:00      2. Stunde, nach horario

11:00 – 11:30      refrigerio             

11.30 – 12:15       3. Stunde, nach horario

12:15 – 13:00      4, Stunde, nach horario

13:00 – 14:30      almuerzo

14:30 – 15:15      5. Stunde, nach horario

15:15 – 16:00      6. Sunde, nach horario

16:00 – 16:30      refrigerio

Freitag werden am Vormitag sportliche Aktivitaeten vollbracht, dreimach im Monat wird zu einem Park gefahren und Basketball und Fussball gespielt. Einmal im Momant wird in ein Schwimmbad gefahren, dies erlebe ich aber leider erst naechste Woche. Ausserdem  werden einmal im Monat die Geburtstage gefeiert.

Ich fuehle mich generell wohl in meiner Arbeit, jedoch ist sie auch eine Herausforderung fuer mich. Es ist fuer mich sehr schwierig, selber zu bestimmen, wie ich arbeite, wann ich arbeite, mit wem ich arbeite oder mit wie viel Motivation ich arbeite. In der Schule wurden mir bisher immer Herausforderungen und Arbeit gestellt, ich wurde auch bewertet fuer meine Bemuehungen. Hier koennte ich wenn ich wollte den ganzen Tag nur in meiner Aula rumsitzen, was ich zum Glueck nicht mache. Ausserdem war ich von der Persoenlichkeit her selten die Person, die den Weg vorgibt. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass  ich hier nur an mich selber denke. Eine ganz grosse Motivation fuer mich ist es, den beneficarios eine gute Musiktherapie bieten zu koennen, jedem musikalische Abwechslung zu geben, ihnen neue Herausforderungen geben, neue Faehigkeiten entwickeln usw…

Im grossen und Ganzen fuehle ich mich sehr wohl in dieser Arbeit, denn ich kann hier unglaublich viel lernen. Ueber Menschen mit Beeitraechtigungen, ueber die soziale Situation Ecuadors, ueber mich selber und viel mehr. Deswegen bin ich im Moment auch fast immer motiviert, morgens in die Arbeit zu gehen.

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