Veraenderungen – Kopfsache

Die Entscheidung, fuer ein Jahr nach Ecuador zu gehen hat natuerlich zur Konsequenz, viele Sachen zurueckzulassen, auf vieles zu verzichten. Zunaechst einmal die Gewohnheit, jeden Tag in die Schule zu gehen. Dann natuerlich verschiedene Hobbys, bestimmte Essgewohnheiten, deutsches Bier oder den deutschen Lebensryhtmus. Ein grosser Schritt war es, Familie und Freunde zurueckzulassen. Das einzige wichtige, was ich mit mir mitnehmen konnte, war somit alles an Erfahrungungen und Erinnerungen, die sich in 19 Jahren angesammelt haben. Das Ziel war und ist es, damit in einer voellig neuen Umgebung zurechtzukommen.

Wenn ich etwas zuruecklasse, strebe ich automatisch danach, etwas neues auf mich zukommen zu lassen, um sozusagen diese Luecke zu fuellen. Laut Manfred Max-Neef gibt es 9 Grundbeduerfnisse eines Menschen: Ueberleben, Sicherheit, Zuneigung, Verstaendnis, Partizipation, Musse, Kreativitaet, Identitaet und Freiheit (https://www.gluecksarchiv.de/inhalt/grundbedarf.htm). In den letzten Wochen  habe ich versucht, mein Leben in eine neue Bahn zu lenken, Luecken zu fuellen und keines dieser Grundbeduerfnisse zu vernachlaessigen.

Sich in eine Familie einzugliedern, die eine ganz eigene Geschichte hat, andere Gewohnheiten und Sitten ist immer eine spannende Sache. Aber ich kann nach ca. drei Monaten sagen, dass ich sehr gluecklich bin, in meiner Gastfamilie zu wohnen, da ich hier meinen Rueckzugsort habe, Verpflegung bekomme und als Teil der Familie wahrgenommen werde. Von der individuellen Ausstattung des Hauses will ich trotz vieler Unterschiede gar nicht reden, denn bisher hat mir noch nichts gefehlt, was ich in Deutschland im Haus gebraucht habe.

Schwieriger finde ich es, ecuadorianische Freunde zu finden, jedoch muss ich auch sagen, dass ich aufgrund von sehr vielen deutschen Freiwilligen in Ecuador und Riobamba noch nicht richtig danach gesucht habe. Jedenfalls habe ich bisher nur etwas mit (jungen) Mitarbeitern und Praktikanten meiner Arbeit etwas unternommen, jedoch gab es dabei schon ein paar Konflikte, wenn mal unterschiedliche Beduerfnisse aufkamen. Generell finde ich, dass viele Gespraeche bisher nur oberflaechlich ablaufen, und wenn mal das Verhaeltnis gut ist, dann wird gleich gewollt, jeden Tag etwas mit dir zu machen. Was ich mir wuenschen wuerde ist es, mehrere ecuadorianische Freunde zu haben, auch ausserhalb der Arbeit, mit denen ich nicht nur trinken kann/muss, die nicht jeden Tag etwas von dir wollen und die auch mal bereit sind, etwas auf meine Initiative zu machen. Dazu muesste ich mich aber mal aufrappeln, nicht immer nur mit deutschen unterwegs sein, andere Freizeitmoeglichkeiten suchen, meine Einstellung aendern und einfach mal etwas neues ausprobieren.

Was ich zu meiner Freiheit sagen kann ist folgendes: Ich bin  in meine Arbeit und in meine Organisation eingegliedert und habe dort bestimmte Pflichten, jedoch ist dies natuerlich auf freiwilliger Basis. Aber eigentlich habe ich in Ecuador alle moeglichen Entfaltungsmoeglichkeiten, alle Freiheiten, die ich mir denken kann, und fuehle es auch so. Dies liegt meiner Meinung aber daran, dass ich ein junger deutscher Freiwilliger bin, mit Geld, guter Ausbildung, im Ausland und damit vielen Moeglichkeiten zu machen und zu denken was ich will. Dass ich mich frei fuehle ist ein sehr schoenes Gefuehl, jedoch weiss ich nicht ob das bleibt, denn sowohl hier in Ecuador als auch in Deutschland gibt es Menschen, die sich nicht frei fuehlen, in egal was fuer auch immer persoehnlichen Freiheiten sie sich eingeschraenkt fuehlen.

Kurz gefasst, um mich hier in Ecuador wohlzufuehlen, muss ich einige Veraenderungen hinnehmen, meine Einstellung anpassen, neue Ziele suchen und nie den Mut verlieren. Im Moment geht es mir sehr gut, jedoch habe ich das Gefuehl, dass ich fuer die kommenden Monate trotzdem etwas aendern muss, um weiterhin zufrieden zu sein. Jedoch weiss ich noch nicht ganz so genau was das sein wird.

Und hier noch ein paar Bilder, die eigentlich gar nichts mit dem Beitrag zu tun haben. 🙂

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