Zeit

Ich kann mich ueberhaupt nicht beklagen hier zu sein, ich bin sehr sehr gluecklich nach Ecuador gelangt zu sein, meinen Freiwilligendienst hier verbringen zu duerfen,denn ich verbringe in Ecuador eine unglaubliche Zeit.

Und genau hier ist das Problem! Zeit.

Wenn ich eines meiner Hauptprobleme nennen muss, ist es die Zeit. Etwas, was mich in Deutschland nie gross beschaeftigt hat, gut, ich bin jetzt 19 Jahre alt, war 8 Jahre auf dem Gymnasium und davon 4 im Internat. Irgendwie ist diese Zeit vergangen, mit vielen schoenen und weniger schoenen Phasen. Hier bin ich jetzt noch keine 3 Monate, doch plagen mich Gedanken, die Zeit nicht gescheit zu nutzen, Zeit zu verlieren, nicht zu geniessen, zu schnell passieren zu lassen oder zu wenig davon zu haben.

Natuerlich frage ich mich, weswegen ich diese Sorgen habe und was ich dagegen machen kann. Es ist so, dass ich jeden morgen um halb 8 aufstehe, um 9 zur Arbeit gehe, 16 30 zurueck komme, und dann noch normalerweise bis halb 11 aufbleibe. Ausserhalb der Arbeit habe ich also 7 1/2 Stunden meiner freien Verfuegung, was eigentlich richtig viel ist und ich mich ueberhaupt nicht beklagen kann. Jedoch ist jeder Tag voller neuer Erfahrungen, Taetigkeiten, Neuigkeiten, Eindruecke, natuerlich auch voller Spass, Zufaelle, Spontanitaeten, so dass die Zeit natuerlich schnell vergeht, dank vieler neuer Moeglichkeiten ich mich immer entscheiden muss, was ich denn mache und mir als Konsequenz leider viel zu wenig Zeit nehme, um das Alles zu verarbeiten. Ich schreibe mir jeden Tag in Stichpunkten wie in einem Tagebuch auf, was alles passiert ist, dies fuellt auch immer die volle Seite. Jedoch wenn ich mir das mal spaeter durchlese, fuehlt sich das immer beaengstigend an, ein voller Tag auf eine Seite beschraenkt. Aber die Gefahr, Tage zu vergessen (ich kann mich bei weitem nicht an einzelne Tage zum Beispiel in meinem letzten Schuljahr erinnern) will ich mir auch nicht leisten, dafuer sind mir die zu wertvoll.

Was also machen? Ich habe mir eine kleine Liste erstellt, die ich zu folgen versuche. Zunaechst einmal auf den gefaehrlichsten Zeitkiller versuchen so viel wie moeglich zu verzichten. Habe ich frueher noch viele sinnlose Handyspiele in Zeiten der Langeweile gespielt, versuche ich inzwischen so wenig wie moeglich auf das Handy zu schauen. Wenn mir langweilig wird versuche ich mir nicht das „spaeter“ zu wuenschen, sondern dies mal nutzen um zu reflektieren, zu lesen, vokabeln zu lernen oder mal zu entspannen. Egal wo ich bin und was ich auch gerade mache freue ich mich auf das jetzt und wuensche mir nicht, dass die Zeit schneller vergeht. Wenn es mir mal nicht gut geht, kann ich mich trotzdem morgens auf jeden neuen Tag freuen und wenn ich mal das Gefuehl habe, die Zeit vergeht so schnell, dann kann ich mich auch daran freuen, denn das bedeutet ja, dass es mir gut geht. Das wichtigste aber ist, sich nicht zu viele Gedanken darueber zu machen. 😛

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